Hans Keller macht aus Stiftsfrauen Shootingstars…
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“DIE KUNST ZU ALTERN” (DKZA) ein außergewöhnliches Kunstprojekt des Frankfurter Fotografen Hans Keller, der Make-Up Artistin Regine Hoffmann und der Projektmanagerin Nadja Dragovic.
DKZA will den aktuellen Teil der Lebensgeschichte älterer Frauen fotografisch dokumentieren und dabei die Ästhetik des Alters darstellen.
Ein mitreißendes Plädoyer für die Lust zu leben…
Für das Projekt „DIE KUNST ZU ALTERN“ des Frankfurter Fotografen Hans Keller wurden im September sowie Oktober 2012 über 100 Stiftsfrauen des Frankfurter St. Katharinen- und Weißfrauenstifts zu einem Casting eingeladen.
Gesucht wurden eigentlich 15-20 Frauen, die Auswahl fiel dann aber auf insgesamt 30 deren Geschichten das Projektteam um Hans Keller so begeisterten und faszinierten , dass ihre ganz besondere Ausstrahlung nun fotografisch festgehalten wird.
Die Damen dürfen sich als Newcomerinnen weiblicher Schönheit im Alter fühlen… Zum Shooting bringen sie ihre eigene Kleidung mit. Das Make-up passt man individuell dem jeweiligen Model an…. Der Look der Fotos ist hell, schattenlos, natürlich – gepaart mit dem einen oder anderen Requisit…
Das Fotoshooting ist auf gut eine Woche angesetzt und wird zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Frankfurter Frauen zwischen und 68 und 101 Jahren, nicht zuletzt für das DKZA-Team…
Hans Keller hat 2012 rund 1.400 Frauen, die das Frankfurter St. Katharinen- und Weißfrauenstift betreut, dazu eingeladen, an seinem Projekt »Die Kunst zu Altern« (DKZA) teilzunehmen. In seinem Schreiben machte der 53 Jahre alte Kunstfotograf deutlich, dass es ihm auch um die jeweilige individuelle Lebensgeschichte der Frauen gehe.
Mit mehr als 100 Bewerbungen von Frauen zwischen 60 und 101 Jahren erntete er eine überwältigende Resonanz. Knapp drei Monate ließen sich Keller und seine Projekt-Managerin Nadja Dragovic Zeit für die Foto-Shootings und die Gespräche mit den Stiftsfrauen. Ein Ergebnis dieses beeindruckenden Castings ist, dass aus der angedachten Auswahl der schönsten Stiftsfrauen von bis zu 15 Seniorinnen schon bald ein Kreis von 30 geworden ist.
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Impulsiv, manchmal kokett, manchmal elegant, manchmal mit Hang zum Graziösen: Es sind keine Blicke von gelebten Leben, die uns aus diesen vitalen Gesichtern entgegen leuchten, sondern freche, erlebnishungrige Augen voller Tatendrang und Zutrauen. Da gibt es etwa die 77-jährige Lydia Peterburs, die „für ihr Leben gerne“ in Diskotheken tanzt, die 70-jährige Siegrid Zipperlen, die vor zwei Jahren damit begann, Saxophon zu spielen, oder die 77-jährige Martha Tomaselli, die einfach nicht darauf verzichten kann, in der Öffentlichkeit mit ungewöhnlichen Farben und mutigen Outfits aufzufallen. Je mehr und je Interessanteres seine Models ihm zu erzählen wussten, desto sicherer und selbstbewusster hätten sie sich auch vor der Kamera bewegt, beobachtete Hans Keller.
»Every Picture Tells a Story«, so hieß mal ein Song von Rod Stewart. Schließlich geht es Keller und seinem Team bei diesem »Plädoyer für die Kunst zu leben« darum, »den aktuellen Teil der Lebensgeschichte älterer Frauen fotografisch zu dokumentieren und dabei die Ästhetik des Alterns darzustellen«. Anders als das sonst in der Mode üblich ist, hätten er und seine Make-up-Spezialistin Regina Hoffmann ihre posierenden Models nicht geschönt oder durch Bildbearbeitung korrigiert, sondern größten Wert auf Natürlichkeit gelegt. Zum ersten Male habe er all das an »Faltigkeit, Tiefe und Details, das man sonst in der Mode wegretuschiert«, einfach so belassen wie es ist, bekundet Keller. Altern, so sein Resümee und seine Botschaft, sei heute nichts mehr, vor dem man sich fürchten, ängstigen oder dessen man sich gar schämen müsse.
Quelle: gt – Strandgut, Frankfurt 2013